Artikel ausdrucken | Homepage | News-Übersicht
Bezirksliga Herren


Ty Cobb, einer der immer noch berühmten Baseballspieler behauptete " ... what's above the shoulders is more important than what's below ... ". Er meinte also - wie so viele Baseball-Coaches immer wieder bestätigen , daß das, was im Kopf vor sich geht, den Baseballspieler viel mehr ausmacht, als seine sonstigen sportlichen Fähigkeiten. Ich erlaube mir zu behaupten, daß oben Genanntes auch auf die Baseballtrainer zutrifft, egal ob diese spielerische Erfahrung haben oder nicht...

Ich möchte mich aus diesem Grunde bei allen Trainern und Übungsleitern bedanken, die Ihre Teams reibungslos durch die Saison '97 gesteuert haben. Na ja, fast reibungslos, denn es gab doch immer wieder vereinzelte Fälle, bei denen es zu Protesten kam, die allerdings dann auch schnell wieder zurückgezogen wurden, als sich das erhitzte Gemüt wieder ein wenig beruhigt hatte ... und man sich auf das Wesentliche besann (nicht "schlechte" Umpire, nicht zu wenige Spielbälle, nicht falsch verankerte Bases, sondern das Messen der eigenen Fähig- und Fertigkeiten).

Während der Saison lernte ich einige Manager und/oder Coaches der Bezirksliga kennen, die mir zahlreiche und interessante Anregungen für die Baseball-Saison '98 gegeben haben. Auch Informationen zu den Spielen bekam ich ab und zu und konnte somit ein Paar Einblicke in die einzelnen Gruppen bekommen, deren Teams ich bis heute leider noch nicht alle spielen gesehen habe. Aber die nächste Saison werde ich mit Sicherheit dazu nutzen können.

Zum Abschluß der Saison meine Impressionen von den Teams der Bezirksliga, wie sie sich mir (teilweise nur durch Aussagen anderer Teams, da der Kontakt sehr dürftig war) dieses Jahr darstellten.

In der Gruppe A dominierten eindeutig die Hammelburg Keiler und Würzburg Wizards. Obwohl geographisch sehr weit von mir entfernt, konnte ich mit Norbert Müller (Keiler) und Martin Preuss (Wizards) viele - für mich ertragreiche - Gespräche führen und stellte viele Gemeinsamkeiten fest, die das Thema Einstellung und Respekt zum Baseballsport betrafen. Mit Alexander Seifert von den White Sox II hatte ich seit ein paar Unstimmigkeiten bezüglich Spielverlegungen nicht mehr so viel Kontakt, vermute aber, daß er die Winterpause nutzen wird, um das zweite Team des Erlangener Baseballvereins vorzubereiten, um in der nächsten Saison sportliche Erfolge feiern zu können. Die Angels aus Michelbach waren mit Sicherheit leicht erzürnt, als eine Spielwertung "gegen" sie vorgenommen wurde. Der Hintergrund ist dem "Engel" Steven Bornowski jedoch von mir dargestellt worden. Was er und ich aber absolut nicht verstehen können ist, daß sich gerade mal eine Anzahl von Teams - die man an einer Hand abzählen kann - auf seine Einladung zum American Day geäußert haben, obwohl alle bayerischen Vereine darüber informiert wurden! Meiner Meinung nach eine beschämende Sache ... Glücklicherweise verbesserte sich das Verhältnis zur Gemeinde und Gemeindeverwaltung, so daß die Engel ein wenig besser gelaunt in die Winterpause entschwinden können.

Mit 100% gewonnenen Spielen kamen aus der Gruppe B die Kronach Royals in die Aufstiegsspiele und werden unter Coach Wongsa in der Landesliga manch harte Nuß zu knacken haben, was aber wahrscheinlich keine großen Probleme bereiten wird. Der LL-Obmann darf darauf gefaßt sein, von dem engagierten Andy Seidl immer wieder interessante Fragen gestellt, konstruktive Kritik und Informationen zu bekommen. Mit Michael Buchmann von den Kulmbach Knights hatte ich leider nur wenig Kontakt, denke aber, daß die Bilanz von 4:5 Siegen auf eine erfolgreiche Saison '98 schließen läßt. Die Mitwitzer Rebellen werden nach den Leistungen in dieser Saison ihrer ersten Mannschaft und mit der Unterstützung ihrer großen Fan-Gemeinde den Knights einen Strich durch diese Rechnung machen wollen. Die Bayreuth Braves werden da aber auch noch mitmischen wollen, ohne ihren Mut unter Beweis stellen zu müssen, denn der 4. Platz in ihrer Gruppe war wahrscheinlich nicht unbedingt das, was sich Peter Engelhardt am Anfang des Jahres vorgestellt hatte. Auf jeden Fall war in der Gruppe B einiges los.

Das wohl informativste Team der Gruppe C waren die Puchheim Hornets. Die Arbeiterbiene der Hornissen, "Icke", informierte die bayerischen Baseballer ausführlich per eMail über die Vorgänge an den Spieltagen. So konnte der Empfänger das Spiel von vorne bis hinten mitverfolgen (wir warten sehnsüchtig auf seine Memoiren) und er bekam selbstverständlich auch Infos über ihre 'Kleinen'. Das zweite Team der Ingolstadt Schanzer war in der Gruppe C die Nummer eins. Mit 6:2 Siegen verschanzten sie sich auf Platz 1, konnten sich in den Aufstiegsspielen dann aber nicht mehr ganz oben mitspielen. Die Gundelfingen Moskitos werden den kommenden Winter mit Sicherheit gut überstehen, um im Frühjahr noch härter zustechen zu können. Die zweiten Teams der Augsburg Gators und der Gröbenzell Blue Caps belegten die beiden hinteren Plätze und werden sich - sofern keine Abgänge (in die 1. Teams) anstehen - in der kommenden Saison behaupten können.

Das Team der Gruppe D, das den Weg in die Aufstiegsspiele schaffte, waren die Poing Rangers. Trotz dünner Spielerdecke taten sich die Rangers unter der Leitung von Ralf Vogel immer wieder zusammen, um endlich den langersehnten Aufstieg in die Landesliga zu schaffen. Sollte dieses Ziel im kommenden Jahr erreicht werden, so werden sie noch unbedingt Spieler gewinnen müssen, um in der Landesliga bestehen zu können. Auch die Freising Grizzlies II konnten durch das Gemisch von Rookies, Junioren und ein paar erfahrenen Spielern überzeugen und belegten den zweiten Platz. Durch den evtl. Zuwachs von Spielern eines benachbarten Baseball-Teams kann es sein, daß sich das Team noch mehr verstärken wird, dies bleibt jedoch abzuwarten. Die Garching Atomics erreichten ihr Saisonziel von 4:4 Spielen und streben unter der Leitung von Mike Atkinson noch höhere Ziele an. Neben geplanten verstärkten Tätigkeiten im Junioren- und Softball-Bereich wollen sie nächstes Jahr ganz oben mitmischen. Die Haar Disciples III (eine von zig Mannschaften der Haarer im Spielbetrieb) hatten diesen Sommer mächtig viel Spaß, ob es sportliche Ziele gab ist mir nicht bekannt. Kaum Kontakt zu den Dorfen Mallards ermöglichte es mir leider nicht, eine Aussage zu treffen. Durch das Nicht-Antreten an einigen Spieltagen haben die Dorfener es auf jeden Fall versäumt, ausreichend Spielerfahrung zu sammeln.

Die Teams der Gruppe E haben durch die Simbach Giants II schon Erfahrung für die Landesliga gesammelt: Das Bestreiten von zwei Spielen an einem Tag. Denn durch den Einsatz der Giganten II in ihrem ersten Team - und den dadurch fehlenden Spielterminen - wurden oft Double-Header ausgetragen. In der regulären Saison dominierten die Regensburg Legionäre IV (anfänglich eine Plattform für Junioren-Spieler) und die Biber aus Passau. Das werden sie auch in der kommenden Saison wieder wollen. Von den Beavers um Otmar Jatsch habe ich während der Saison leider nicht viel gehört, aber das noch mir bekannte Team ist mit dem (undankbaren?) zweiten Platz wahrscheinlich nicht zufrieden. Die Red Devils aus Obertraubling konnten sich ganz und gar nicht behaupten und belegten den vierten Platz in ihrer Gruppe.

In der Gruppe F wurden die München Caribes aufgrund der Ausländerregelung nicht zu den Playoffs zugelassen, was den Indianern aus Gauting den Weg in die Aufsstiegsspiele frei machte. Die Freude ließ hier jedoch schnell nach und so wurden die letzten Spiele nicht mehr gespielt. Die Freude am Baseballspielen wäre den Caribes mit Sicherheit nicht verloren gegangen. Und nicht nur aus diesem Grund werde ich in der Winterpause versuchen, eine Erlaubnis für den Aufstieg in die Landesliga zu erwirken. Im Mittelfeld der Gruppe bewegten sich die Baldham Boars, Munich Ambassadors und Grünwald Jesters, von denen man kaum etwas zu hören bekam. Ich denke, daß die sportlichen Ziele fast erreicht wurden, die Spiele liefen hier alle reibungslos. Ohne einen Sieg mußten die Smelly Sox aus Taufkirchen die Saison beenden. Ihre sehr dünne Spielerdecke hätte fast zum Abmelden aus dem Spielbetrieb geführt, was aber durch den Einsatz von Kerstin Schmid verhindert wurde. Jetzt heißt es Spieler finden, den Winter überstehen und auf in die nächste Saison.

Nach langem Hin und Her nahmen die Weilheim Cannibals den Spielbetrieb in der Gruppe G auf und lieferten sich spannende Spiele mit den Pöcking Celtics um Platz eins. Eventuell auch durch das Fehlen des klar definierten Saisonziels behaupteten sich die Kannibalen nicht, und die Kelten gingen in die Playoffs. Durch ihre dortigen Erfolge schafften sie den Aufstieg und werden dort - sofern ihr Pitching Staff etwas größer wird - eine gute Saison bestreiten. Die Schongau Simpsons ließen nicht viel von sich hören, bestritten aber insgesamt eine recht gute Saison. Leider konnten die Geretsried Lizards kein Spiel für sich entscheiden, aber wie ich sie kenne, schadete das ihrem Spielspaß kein bißchen.

Die Playoffs waren von Terminverschiebungen geprägt, da einige Teams sich nicht an die gesetzten Termine hielten, mich nicht informierten, ... Durch das entgegenkommende Verhalten aller Teams wurden die Spiele bis Redaktionsschluß aber dann doch noch bestritten.

Nicht nur ein paar Teams haben aus der Saison 1997 gelernt, sondern auch ich. So werde ich nächstes Jahr jegliche Frist-Versäumnisse und ähnliche Dinge mit den festgesetzten Strafen ahnden müssen, aber natürlich auch versuchen, die Interessen aller Teams zu wahren.


 
Meldung vom 07.06.2002
Autor: Carsten Mewaldt
Artikel ausdrucken | Homepage | News-Übersicht