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  Baseballreport 12
Factor X - Regionalliga geht in die erste Saison
von Alexander Bestle

Das Aufstiegsgewitter ist beendet - der Nebel hat sich gelegt. Die Mannschaften der Regionalliga Südost stehen fest. Doch weiß man nun mehr? Die fünf "Bayern" kennen sich untereinander - doch wie sind die "Baden-Württemberger" einzuschätzen? Und vor allem: Ist der DBV der organisatorischen Aufgabe, die die neue Regionalliga mit sich bringt, gewachsen? Wie ist das spielerische Niveau einzuschätzen? Zu viele Unbekannte in einer Gleichung, eine endgültige Bilanz wird wohl erst nach dieser Saison zu ziehen sein. Eine Annäherung an die X-Faktoren sei trotzdem gewagt.

X: "Die Grundidee eine Regionalliga einzuführen ist in Ordnung, nun schauen wir mal, was der DBV daraus macht!" mit diesem Statement dürfte Alexander Edel, Abteilungsleiter der Ansbach Red Sox und selbst Spielertrainer der 1. Herrenmannschaft, die Haltung der Vereine zu "ihrer" Regionalliga am besten wiedergeben. Viele sind enttäuscht über die bisherigen organisatorischen Fähigkeiten ihres Dachverbandes: Vor allem das letztjährige Aufstiegschaos hat einen schlechten Eindruck hinterlassen. Und dann sind da noch die Fragen: Warum gibt es keine acht Mannschaften der Liga? Warum kein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Bayern und Baden-Württemberg? Warum die lange Sommerpause? Auch wenn es darauf vernünftige Anworten geben sollte, spricht die Stimmung nicht für die Öffentlichkeitsarbeit des DBV. Immerhin: Auf dem richtigen Weg scheinen die Mainzer nach Einschätzungen der RL-Vereinsfunktionäre schon zu sein.

XX: Auch wenn sich die Teams bereits aus ihren Ligen oder den Relegationsspielen kennen - die Kader haben sich in der Winterpause verändert. Mangels Spionagetätigkeit muß man sich auf die Selbsteinschätzung der Vereine verlassen. Doch wer sagt die Wahrheit und wer wirft Blendgranaten?
Die Heidenheimer Heideköpfe haben sich als Dritter in ihrer Verbandsliga direkt für die Regionalliga qualifiziert. Der direkte Vergleich mit den Raubrittern aus Schriesheim endete im letzten Jahr unentschieden. Nach eigenen Angaben hat man sich seitdem nicht verstärkt - lediglich ein paar Spieler aus der 2. Mannschaft sind hinzugekommen. So setzt man dann auch auf den Teamgeist der Mannschaft. "Alle sind noch alte Schulfreunde", berichtet Roland Spar, Abteilungsleiter und Spieler der ersten Garnitur. Noch einen psychologischen Vorteil haben die Heidenheimer zu bieten: Zu Heimspielen kommen 400 bis 500 Zuschauer - letztes Jahr wurde das Team von Sportjournalisten zur "Mannschaft des Jahres" in Heidenheim gekürt. Weniger positives gibt es vom Platz zu vermelden: Noch immer spielt man auf einem Fußballplatz, dessen Strafraum im Infield stört. Ziel der Heideköpfe: "Gut mitspielen um in der Liga zu bleiben" (Spar).
Die Schriesheimer scheinen dagegen ziemlich "aufgerüstet" zu haben. Letztes Jahr nur Fünfter in der Verbandsliga, konnten die Raubritter bereits im Aufstiegspiel gegen Gröbenzell (13:3 für Schriesheim) mit zwei Neuzugängen aus Ladenburg (Jose Reyes, Alan Barrira) aufwarten. Inzwischen sind noch ein Rückkehrer von den Mannheim Tornados (Rainer Hammer) und ein weiterer Puerto Ricaner zum Kader gestoßen. Michael Mittelstedt, "Ober-Raubritter" und Coach der 1. Mannschaft, hängt deshalb die Latte für sich und seine Jungs ziemlich hoch: "Unser Ziel ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga!" Die "mannschaftliche Geschlossenheit" und der "Spaß am Sport" sollen dabei die Basis bilden. Vielleicht läßt sich damit auch die "Unkonzentriertheit zum Spielbeginn" aufwiegen.

Doch so einfach werden sich die bayerischen Teams ihre Aufstiegschancen von "Rittern" oder "Köpfen" nicht rauben lassen.
Beispielsweise die Boars aus Baldham. Zwar haben die beiden Niederlagen am letzten Spieltag der Bayernliga gegen den Lokalrivalen Haar die Wildschweine schwer getroffen (sogar von Auflösung war die Rede), doch mit einer 18:1-Klatsche gegen Leonberg im Aufstiegsspiel meldeten sie sich eindrucksvoll zurück. So wird auch in diesem Jahr von den Boars einiges zu erwarten sein, auch wenn Oliver Kesting ziemlich tiefstapelt: "Wir wissen nicht wo wir stehen. Unser Saisonziel heißt deshalb Klassenerhalt." US-Boy Matt Laack, der dem Team im letzten Jahr lediglich als Trainer zur Verfügung stand, wird in dieser Saison selbst ins Spielgeschehen eingreifen. Weitere Neuzugänge sind noch nicht offiziell: "Sie werden klein, aber fein sein" (Kesting). Mit Andreas Lehner, der zu den Legionären geht, müssen die Boars dieses Jahr auf einen guten Outfielder verzichten. Ebenfalls problematisch wird der Einsatz von Markus Kirchner, der einen Arbeitsplatz in Heilbronn gefunden hat. Die Stärken des Teams analysiert Kesting eher selbstkritisch: "Wir haben viel Potential und viel Talent, das jedoch erst ausgeschöpft werden muß." Vielleicht findet Coach Laack dieses Jahr die richtige Kelle?

Weniger tief gestapelt wir dagegen in der Nachbargemeinde Haar. "Das ist die beste Mannschaft, die wir je hatten", verkündet Disciples-Präsident Todd Covell. Und meint damit schon allein den deutschen Kader, der mit Martin Thorwarth verstärkt wurde, einem Pitcher und Short Stop aus Holzwickede ('96: 2. Bundesliga), Hinzu kommen sollen noch zwei bis drei Amerikaner. Einer davon (SS, OF) wird schon zu Beginn der Saison zur Verfügung stehen. Trotzdem will Todd Covell mit seinen Zielen nicht übertreiben: "Wir wollen oben mitspielen, den Aufstieg wünsche ich mir." Wie die Mannschaft den Abgang von Spielertrainer Kevin Austin verkraften wird, bleibt abzuwarten. Bereits im letzten Jahr brachte er sich selbst selten zum Einsatz - gab dem Team jedoch den Zusammenhalt, den es im ersten Bayernligajahr nicht besessen hatte. Wird Thomas Rehak, der nun das Traineramt übernommen hat, dieser verantwortungsvollen Aufgabe gerecht? Wenn ja, dann könnten die Disciples ihrem Präsidenten seinen Wunsch erfüllen. Ein anderer Wunsch ist bereits in Erfüllung gegangen: Ab Mitte der Saison wird in Haar ein echter Baseballplatz bespielbar sein !

Als letztes rutschte in der vergangenen Saison Gröbenzell (Platz 5 der Bayernliga) gerade noch so in die Regionalliga. Doch wer nun denkt, dieses Team würde gleich wieder in die Bayernliga zurückgeschickt werden, täuscht sich wahrscheinlich. Peter Becker, Abteilungsleiter der Blue Caps und Spielertrainer der 1. Mannschaft formuliert zwar das Ziel Nichtabstieg. Mit Allrounder Gerry Körner aus Füssen (berufliche bedingter Wechsel) steht den Gröbenzellern dann auch offiziell lediglich ein neuer Spieler zur Verfügung. Aus Insiderkreisen hört man jedoch, daß möglicherweise noch zwei Amerikaner verpflichtet werden sollen. Sollten diese US-Boys tatsächlich zu dem mannschaftlich geschlossenen Team stoßen, ist von den "Blaukappen" einiges mehr zu erwarten.

Ob das auch vom Bayerischen Meister Füssen gilt ist fraglich. Mit Gerry Körner (Gröbenzell) und Michael Kosakewitz (Leichtathletik) fehlen den Royal Bavarians zwei Stammspieler. Auf Neuzugänge können die Allgäuer nicht zurückgreifen. Lediglich Vereinsvorstand Stefan Kleiner ist nach einer Verletzung in der letzten Saison (Rotatorenmanchette) wieder fit, meint jedoch selbst: "Wir sind schwächer als im letzte Jahr, unser Ziel ist deshalb nicht abzusteigen!". Da die "Königlich-Bayerischen" im letzten Jahr auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga freiwillig verzichteten bzw. bestimmte Auflagen nicht erfüllten, ist auch in diesem Jahr kein übertriebener Ehrgeiz auf die Meisterschaft zu erwarten. Vielleicht macht jedoch gerade diese Lockerheit den Erfolg aus. Bedenklich dürfte die anderen Regionalligateams auch eine andere Tatsache stimmen: Bedingt durch das schöne Wetter konnten die Allgäuer zum ersten Mal schon im März mit dem Training im Freien beginnen. Möglicherweise hatte das Team um Starpitcher James Starek deshalb auch schon Gelegenheit an seiner alten Schwäche zu arbeiten: der Taktik. Und spätestens seit dem letzten Jahr weiß man: Unter König Ludwigs Märchenschloß geschieht so manches Wunder!

Der einzige Verein mit Bundesligaerfahrung (Erste und Zweite) sind die Absteiger aus Ansbach. Daß sich so ein sportlicher Mißerfolg auch auf die weitere Motivation des Teams auswirkt ist spürbar. Abteilungsleiter und Spielertainer Alexander Edel hat einige "Semi-Abgänge" zu beklagen: "Viele Spieler stehen wegen Studium und Beruf nur noch teilweise zur Verfügung." Zwar ist man zum Ausgleich an einigen im Umkreis stationierten "Amis" dran, doch noch ist nichts definitiv. Zumindest dürften die "Red Sox" den anderen Teams einiges an Spielerfahrung voraus haben. Doch große Ambitionen zum Wiederaufstieg haben die Franken laut Edel eh nicht: "Wir wollen uns auf Dauer in der Regionalliga etablieren, die Bundesliga ist für uns passé." Zu schlecht ist die Erfahrung mit den Lizenzkriterien und mit dem finanziellen Aufwand den ein solcher Platz bedingt. Doch wer weiß, vielleicht kommt mit dem Erfolg auch wieder die Motivation?

XXX: Wie stark wird diese Liga werden? Je nach Vergleichsmöglichkeit siedeln die Vereinsfunktionäre das Niveau überhalb der Bayernliga bzw. unter der 2. Bundesliga an (wo auch sonst?). Am besten trifft wohl Todd Covell (Haar), der eine "Bayernliga von vor ein paar Jahren" erwartet. Wird jedoch jeder jeden schlagen können, wie Stefan Kleiner (Füssen) meint. Oder setzten sich ein paar wenige ab? Gibt es einen Unbezwingbaren und einen Mega-Loser? Die Saison wird es zeigen. Sehr unwahrscheinlich, daß aus Faktor X eine Akte X, der ungelösten Fälle wird.

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